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Kreislaufkollaps: Synkopen und ihre Ursachen

Ein Kreislaufkollaps ist ein Zustand kurz andauernder Bewusstlosigkeit,der auf eine vorübergehende Durchblutungsverminderung des Gehirns zurückzuführen ist, mit Verlust der Haltungskontrolle als Begleiterscheinung. In medizinischer Fachsprache wird meist der Begriff “Synkope” verwendet. Besonders häufig sind Kinder und ältere Menschen betroffen. Aber auch bei Schwangerschaft kann es ein erhöhtes Kreislaufkollaps-Risiko geben.

Physiologie

Im menschlichen Körper gibt es unzählige Mechanismen, die eine ausreichende Blutversorgung des Gehirns gewährleisten. Abhängig von Körperhaltung und Bewegung, passen sich die Blutgefäße an, und sorgen so für einen ausreichende Blutzufuhr zum Gehirn und dem Rest des Körpers. Die Muskeln ziehen sich zusammen, was eine Verengung der Blutbahnen zur Folge hat. Besonders in aufrechter Position ist es wichtig, dass eine Anpassung der Muskulatur in den Wänden der Beinvenen erfolgt, um eine Anstauung von Blut im unteren Teil des Körpers zu vermeiden. Das Herz passt sich in seinem Schlagvolumen an und garantiert einen konstanten Blutdruck. Ein weiterer Regulationsmechanismus ist der Anstieg oder Abfall der Herzfrequenz, je nach Bedarf.
Aufgrund ähnlicher Symptome müssen Synkopen von anderen medizinischen Konditionen, wie Bewusstseinsstörungen mit neurologischer oder psychogener Ursache unterschieden werden. Auch Unterzuckerung kann eine Minderdurchblutung im Gehirn verursachen. Je nach Ursache unterscheidet sich auch die Therapie.

Ursachen

Synkopen können folgende Ursachen haben:

  • vasovagal
  • vaskulär
  • kardial

Vasovagale Synkope

Hierbei handelt es sich um einen Blutdruckabfall durch vagale Fehlregulation mit verlangsamten Herzschlaf und einer Erweiterung der Gefäße.

Vaskuläre Synkope

Eine vaskuläre Synkope ist eine Durchblutungsstörung aufgrund einer hochgradigen Verengung der Gefäße.

Kardiale Synkope

Synkopen mit Ursache im Herzen. Hierbei handelt es sich um Durchblutungsstörungen aufgrund von Herzklappenfehlern oder Herzrhythmusstörungen.

Diagnose

Meist sind Patienten schon wieder wach, wenn ärztliche Hilfe eintrifft. Wenn noch aud Nervenstörungen basierende Ausfälle, wie hängende Mundwinkel oder Minderbewegungen des Arms bestehen, so deutet das auf eine zerebral-vaskuläre Ursache hin. Rhythmusstörungen im EKG oder auskultatorische Strömungsgeräusche geben Hinweis auf eine Ursache im Herzen.
Neben der körperlichen Untersuchung des Patienten, sind Blutdruckmessungen im Stehen und im Liegen sehr wichtig. Außerdem sollte einen Langzeitmessung des Blutdrucks in Betracht gezogen werden, um mögliche Schwankungen zu dokumentieren. Bei kardialen Synkopen muss ein Lagzeig-EKG angehängt werden und ein Herzultraschall durchgeführt werden. Eine Blutentnahme mit anschließender Laboruntersuchung kann Hinweise auf Stoffwechselprobleme oder Blutarmut geben. Ein vermehrter Harndrang nach dem Aufwachen könnte aufgrund von erhöhter Ausschüttung von atrialem natriuretischem Peptid (ANP) sein, was wiederum auf eine Vorhofdehnung und Rhythmusproblem im Herzen schließen lässt. Um nicht-synkopale Bewusstseinsstörungen auszuschließen, kann eine Elektroenzephalogramm (EZG), Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) hilfreich sein. In den vielen Fällen ist es nicht möglich die Ursache für das Auftreten einer Synkope zu bestimmen. Daher ist eine genaue Anamnese zur Abklärung unumgänglich. Eine genaueste Beschreibung der Vorgeschichte, Dauer der Ohnmacht und der Zustand nach der Synkope sind von großer Wichtigkeit. Bei der Vorgeschichte ist die Situation vor der Ohnmacht, wie zum Beispiel längeres Stehen, aber auch weiter zurückliegende Ereignisse zu erfragen. Die häufigsten Anzeichen für einen Kreislaufkollaps sind Schwindel, Augenflimmern, Schweißausbrüche und Übelkeit. Des weiteren sollte erfragt werden, ob Zuckungen während der Ohnmacht zu beobachten waren. Dabei sind die Aussagen von Zeugen hilfreich.

Differenzialdiagnose

Synkopen müssen von anderen Bewusstseinsstörungen unterschieden werden, besonders, weil sich die Therapie in großem Maße unterscheidet.
In der Gruppe von neurologischen Problemen, können epileptische Anfälle, Blutungen im Gehirn und Schlaganfälle zu ähnlicher Symptomatik führen. Auch Hyperventilation aufgrund von psychischer Zustände wie Panikattacken können als Synkopen fehlgedeutet werden. Diabetes Patienten mit Hypoglykämie zeigen synkopen-artiges Verhalten, dass aber schnellstmöglich differenziert werden sollte, um bleibende Schäden zu vermeiden. Dafür ist einen Messung des Blutzuckers hilfreich. Eine zu hohe Natriumkonzentration im Blut und verschiedene Vergiftungszustände mit Bewusstseinsverlust müssen unterschieden werden.

Therapie

Ein Kreislaufkollaps wird mit symptomatischer Therapie behandelt. Wichtig ist die Stabilisierung des Kreislaufs und unterstützende Medikamentengabe im Falle von Herzrhythmusstörungen. Die Atemwege sollten kontrolliert und gegebenenfalls freigehalten werden.
Eine Lagerung in der Schockposition sollte der erste Schritt sein. Der Patient sollte liegen, mit höher gelagerten Beinen. Das unterstützt den Rückfluss vom Blut zum Gehirn und beschleunigt den Besserungsprozess. Damit wird auch verhindert, dass der Betroffene fällt oder sich anderweitig verletzt. In vielen Fällen erübrigt sich weitere medizinische Intervention so von selber.
Individuen, die zu Synkopen neigen sollten einige Maßnahmen zur Vorsorge beachten. Viele davon können ohne Probleme in den Alltag eingebaut werden. Um den Kreislauf zu stabilisieren sind Wechselduschen und regelmäßige sportliche Betätigung hilfreich. Das fördert die Durchblutung und wirkt damit einem verminderten Blutfluss im Gehirn entgegen. Außerdem ist einen regelmäßige Flüssigkeitszufuhr wichtig, um das Volumen in den Blutgefäßen aufrecht zu erhalten. In Ausnahmefällen kann Kipptischtraining hilfreich sein.
Patienten, die vermehrte Synkopen haben, lernen meist die Warnsignale wahrzunehmen. Bei dem Auftreten von ersten Anzeichen, können gewisse Übungen durchgeführt werden, die dem Kreislaufkollaps entgegenwirken. Einfachste Maßnahmen wie Hinsetzen können schon genügen und eine Synkope vorbeugen. In manchen Fällen können Kompressionstrümpfe den Kreislauf genügend stabilisieren vor Synkopen schützen. In ernsteren Fällen kann eine unterstützende medikamentöse Therapie in Betracht gezogen werden.
Wenn dem Auftreten von Synkopen ein anderes Krankheitsbild zugrunde liegt, muss dieses natürlich analysiert, und gegebenenfalls behandelt werden. Das gilt zum Beispiel wenn ein kardiales Problem die Bewusstseinsstörung hervorruft.